David Richter in der Kleinen Zeitung

DAVID RICHTER: Ja, in vielen Bereichen wie etwa dem Verbot von Käfighaltung bei Hühnern. Aber es liegt noch vieles im Argen.

Was zum Beispiel?

RICHTER: Eine Handelskette wirbt zum Beispiel mit der Bauernhofgarantie. Wir Tierschützer nennen das eine "No na net"-Garantie, denn was ein Bauernhof ist, wird nicht näher erläutert. Bei einer Fastfood-Kette haben wir in Graz Hühnerbruststreifen aus Brasilien entdeckt. In anderen Grazer Lokalen haben wir auch Fleisch aus Israel gesehen, die Eier kommen aus Italien. Das muss doch alles nicht sein, wir können uns doch auf heimische Produkte konzentrieren. Das würde vieles vereinfachen.

Woher beziehen Sie Ihre Informationen eigentlich?

RICHTER: Ich frage nach – ich habe aber auch zahlreiche Verpackungen aus den Mistkübeln geholt.

Angenommen, das Fleisch kommt aus dem Inland. Ist dann alles in Ordnung?

RICHTER: Leider nein. Viele Betriebe haben zum Beispiel Vollspaltenböden. Dabei verletzen sich die Tiere unentwegt. Wenn wir Fotos unserer Bauernhöfe zeigen, glauben die Leute immer, das sind Aufnahmen aus Rumänien.

Betrifft die Misere nur die Tierhaltung?

RICHTER: Nein, beim Faschingskrapfen werden zum Beispiel oft Backmischungen verwendet, die Trockeneipulver aus Argentinien enthalten. Wenn man da als Konsument Druck erzeugt und auf heimische Produkte pocht, kann man viel bewegen. Es ist ja nicht einzusehen, warum es in Österreich nicht möglich ist, den Eier-Überschuss im Sommer zur Eipulver-Produktion auszunützen, um es für die große Winter-Nachfrage zu verwenden.

Haben Sie eine Lösung?

RICHTER: Interesse zeigen und die Ernährung umstellen. Weniger Fleisch, mehr Bio, das ist ein Anfang.

INTERVIEW: ROBERT PREIS

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