Fasanenjagd in Thal am 26.12: TierschützerInnen zeigen JägerInnen an

Kein Weihnachtsfrieden für Tiere: am heutigen Stefanitag findet in Thal bei Graz neuerlich eine Fasanenjagd statt. TierschützerInnen beobachteten die Jagd, stellten eine Gesetzesübertretung fest und riefen die Polizei.

Bereits am 9. Nov. gab es eine Fasanenjagd in Thal bei Graz. Im August waren laut Aussagen des betreffenden Gutsverwalters aus Gehegen 1000 Fasane ausgesetzt worden, die als lebende Zielscheiben für schießwütige JägerInnen dienen sollten. AnrainerInnen und TierschutzaktivistInnen hielten damals eine Mahnwache gegen das sinnlose Gemetzel ab. Seither gab es viele positive Rückmeldungen aus der Bevölkerung, die eines klar machten: Tiere auszusetzen, nur um sie Wochen später aus Schießlust abzuknallen, trifft bei den Menschen auf keinerlei Verständnis. Die Fasane, die heute erschossen wurden und werden, sind die Überlebenden der letzten Jagd …

Hunderte Schüsse
Bei der heutigen Jagd bot und bietet sich den TierschützerInnen ein ähnliches Bild: TreiberInnen gehen schreiend und mit Stöcken schlagend durch Waldstücke, damit die zahlreichen Fasane aus dem Unterholz flüchten und vor den JägerInnen in die Luft fliegen. Ohrenbetäubende Schüsse verletzen und töten nach und nach immer mehr Fasane. Das Blei der Schrotkugeln prasselt auf die geparkten Autos, auf Stadeldächer, die Strasse und auf die TierschutzaktivistInnen. Das sinnlose Massentöten macht normal fühlende Menschen sprachlos. Die Jagd dauert noch bis etwa 16:00 an.

Gesetzesübertretung angezeigt
Laut § 55 (2) darf auf öffentlichen Straßen das Wild weder aufgesucht noch getrieben, noch „erlegt“ werden. Trotzdem standen gleich zu Beginn zwei JägerInnen direkt auf der Strasse und schossen von und über die Strasse auf die Fasane – und das unter Beobachtung des Jagdleiters. Deshalb riefen die TierschützerInnen die Polizei um Anzeige zu erstatten. Kurioses Detail am Rande: der Tierschützer David Richter zeigte gleich zu Beginn der Amtshandlung seinen Ausweis und bat die Beamten am Ende um deren Daten. Nur widerwillig und nach mehrmaligem Nachfragen wurde die Dienstnummer auf ein Blatt Papier geschrieben.(1)

Forderung des VGT nach Verbot von Fasanerien und Fasanjagd
„Wir fordern ein Verbot des Züchtens und Aussetzens von Fasanen mit dem Zweck des Bejagens“, sagt David Richter, Kampagnenleiter des VGT in der Steiermark. „Fasane dürfen nicht länger als lebende Zielscheiben missbraucht werden. Diese Tierquälerei gehört sofort abgeschafft und verboten, auch wenn die JägerInnenschaft an diesem sinnlosen Gemetzel, das an vielen Orten stattfindet, festhalten möchte.“

Rückfragehinweis:
David Richter, VGT Steiermark
0676/5852629

(1) im Dezember 2011 kam es im Rahmen einer Jagdbeobachtung zu einem Übergriff eines Polizisten gegen David Richter. Der Polizist fühlte sich provoziert, weil David Richter dessen Dienstnummer verlangte, der Polizist wollte diese aber nicht bekanntgeben. Zahlreiche Falschaussagen konnten dem Polizisten und einem beteiligten Jäger nachgewiesen werden. Nach zwei vergangenen Prozesstagen gibt es am 3.2. den dritten Prozesstag, an dem der Urteilsspruch erwartet wird.

Video auf Youtube:
http://www.youtube.com/watch?v=45qktFIAzRA

One Response to “Fasanenjagd in Thal am 26.12: TierschützerInnen zeigen JägerInnen an”

  1. 1
    David Richter:

    Ein Appell an die ThalerInnen!
    Diese Jagden sind an Absurdität nicht zu übertreffen. Wer ist da anderer Meinung? Tiere aussetzen und abschießen, weils Spass macht, leidensfähige Lebewesen zu töten??
    Ziel muss sein, die JägerInnen und Treiber davon zu überzeugen, dass das ein Ende haben muss. Der öffentliche Druck muss so groß sein, dass dieser Blödsinn im nächsten Jahr nicht mehr stattfindet.
    Bitte nicht still ärgern über die Schüsse und das Gemetzel, sondern aktiv werden!
    Gemeinsam können wir diesem Treiben ein Ende bereiten!

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