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Kleine: Nach Willnauer-Rücktritt: Koglers Notoperation

Nach dem Absprung des Spitzenkandidaten der Grünen, Jörg-Martin Willnauer muss Parteichef Kogler um sein eigenes Leiberl rennen. Eine neue Landesversammlung muss einen neuen Spitzenkandidaten küren.

Ruhe bei den steirischen Grünen ist immer trügerisch. Insofern passt es ins Bild, dass der deutschstämmige Kabarettist Jörg-Martin Willnauer als Spitzenkandidat für die Landtagswahl das Handtuch warf. Selbst ernannte Rebellen wie die einstigen Urgesteine Andreas Wabl oder Franz Sölkner dürften wieder die Fäden gezogen haben. Diese Gruppe, die vorzugsweise aus der Deckung agiert, hat nicht nur Willnauer den Nerv gezogen, sondern – wieder einmal – Landessprecher Werner Kogler im Visier.

Sie will den Grazer, der sich bei den Bundesgrünen erfolgreich als Nummer zwei hinter Eva Glawischnig positioniert und als Obmann des Rechnungshof-Ausschusses im Nationalrat einen Ruf erworben hat, lieber auf die steirische Landesebene zurückstutzen. Unterschwellig wird erklärt, Kogler sei sich “zu gut für die Steiermark”. Mit dem jetzigen Chaos nach dem Rückzug Willnauers können die Rebellen argumentieren, Kogler sollte sich eben mehr um die Steiermark kümmern.

Dieser muss jetzt eine Notoperation vornehmen. Eine neue Landesversammlung muss einen neuen Spitzenkandidaten küren. Da kommt es gelegen, dass die letzte Versammlung am Krampustag 2009 nach der Kür der ersten vier Kandidaten aus Zeitgründen abgebrochen wurde. Ob die damals gewählten Kandidaten für Plätze zwei bis vier – Ingrid Lechner-Sonnek, Lambert Schönleitner und Andrea Pavlovec-Meixner – diese behalten, ist ebenfalls noch unklar.

http://www.kleinezeitung.at/steiermark/graz/graz/2336545/nach-willnauer-ruecktritt-koglers-notoperation.story

One Response to “Kleine: Nach Willnauer-Rücktritt: Koglers Notoperation”

  1. 1
    Franz Sölkner:

    Stellungnahme zu “Koglers Notoperation”, Kleine Zeitung von heute

    Grüß Sie Gott, Herr Kübeck,

    ich hab, weiß Gott, für Politkommentatoren von Tageszeitungen viel Verständnis. So einer ist per professionem ein “armer Teufel”! Schließlich ist es ja kein Honiglecken sich jeden Tag irgendetwas hintergründiges zusammenanalysieren zu müssen um die vordergründigen politischen Ereignisse dem Leser g´schmackig machen zu können. Diesmal haben Sie aber selbst dieses mein großes Verständnis überstrapaziert.

    Ohne mit Andreas Wabl oder mir den geringsten Kontakt gehabt zu haben, fanden wir uns in Ihrer heutigen Darstellung über den Rücktritt Martin Willnauers in der Rolle von aus sicherer Deckung und in böser Absicht auf Willnauer und Kogler zielende Fädenzieher genannt.
    Meine erste Reaktion darauf – in Ihrer Diktion formuliert – war: Der Kübeck “dürfte” gestern früh zuviel im schwarzen Kaffeesud herumgerührt haben ….
    Nunmehr hat mir Andreas Wabl zwischenzeitlich mitgeteilt, er habe mit Ihnen telefoniert und Sie hätten sich als Quelle auf “einen Informanten” berufen. Diesfalls empfehle ich Ihnen dringend, sich – was GRÜN-Internas betrifft – um einen etwas seriöseren Einflüsterer umzuschauen oder aber, falls Ihnen das nicht gelingen sollte, die Kolumne in “Die Steiermark – frei zusammengereimt” umzubenennen.

    Um Ihnen einen etwas besseren Durchblick zu verschaffen, halte ich daher fest: An Ihrer aktuellen Raubersg´schicht stimmt so gut wie gar nichts!
    1. Richtig ist zwar, dass eine Reihe von meist grünen KommunalpolitikerInnen aus einer landespolitischen Verantwortung heraus, im Spätsommer/Frühherbst 2009 öffentlich die Meinung vertreten haben, Werner Kogler sollte – wie seinerzeit Rudi Anschober in OÖ – seinen in Wien erworbenen guten Ruf nutzen, um uns in eine erfolgreiche Landtagswahl zu führen. Wabl und ich gehörten zu dieser Gruppe und bekannten uns öffentlich dazu (was sie damals dazu bewog uns mit dem völlig verfehlten Bild von “Heckenschützen” zu apostrophieren).
    Dieser Ruf fand bei Kogler kein Gehör und es kam zur Suche nach einem Quereinsteiger und zur Wahl Willnauers.
    2. Ich habe Willnauer bei der grünen Landesversammlung mitgewählt und er war auch “mein Spitzenkandidat” und wäre es ohne seinen freiwilligen Rücktritt auch geblieben. Vor etwa drei Monaten habe ich JM Willnauer durch eine öffentliche Äußerung leicht irritiert. Das haben wir dann am Telefon ausgeräumt und diese Sache kann daher für seinen jetztigen Schritt keinen nennenswerten ursächlichen Zusammenhang gehabt haben.
    3. In die aktuellen Vorgänge war und bin ich in keiner Weise involviert (gewesen). Exakt dasselbe gilt meines Wissens auch für Andreas Wabl.
    4. Dux Cliviae est papa in territoriis suis (“Der Herzog von Kleve ist Papst in seinen Landen.”) Als alter Basisgrüner sehe ich in der Forderung nach einer im Interesse der Gesamtpartei notwendigen Verantwortungswahrnahme unterhalb der Ebene des Nationalrates keinen Versuch des “Zurückstutzens”. Ich freue mich, dass Werner Kogler – nach einem offensichtlich “unvermeidlich” gewesenen Umweg – diese Verantwortung übernimmt. Was los ist, wenn man landespolitisch keinen Rückwind hat, haben wir in den Gemeinden ja am 21. März leidvoll erlebt …..
    5. Auch mit Werner Kogler als Erstem werden unsere Bäume am 21. September nicht in den Himmel wachsen. Aber er bietet die größte Chance auf ein passables Wahlergebnis – um dann auf dieser Basis die wesentlich tiefgreifendere Krise der Grünen ernsthaft ins Auge fassen und mittelfristig überwinden zu können. Eine in diesem Sinne anspruchsvollere Analyse findet sich im heutigen Standard. Ich empfehle sie zur Lektüre.

    MfG,
    Franz Sölkner

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