Das weit verbreitete Nur-Schimpfen auf die Politik und die PolitikerInnen ist uns zu billig, den Rückzug von immer mehr Menschen in das Private halten wir für eine langristig gefährliche Sackgasse. Wer darauf verzichtet politisch zu handeln, bekommt schließlich zu 100 % jene Politik verordnet, die die anderen machen.
Die Politik ist jener Bereich, in dem sich das gesamte gemeinschaftliche Leben der Menschen bündelt. Sie entschiedet letztlich oft auch über jene Spielräume, die die Menschen in ihrem privaten Raum haben. Im Sinne des allgemeinen Wohls braucht sie daher bewusste Gestaltung. Diese Gestaltung orientiert sich an Interessen und Werten. Gute Politik ist daran erkennbar, dass sie bereit ist, ihre programmatischen Ziele und ihre reale Praxis ständig kritisch und öffentlich hinterfragen zu lassen.
Es besteht kein Zweifel: Die Politik ist in den letzten Jahrzehnten zunehmend unter das Diktat jener Ökonomie geraten, deren vorherrschendes Interesse das der Kapitalvermehrung war. Die problematischen globalen Folgen dieser Entwicklung (Armut, Elend, Unbildung, Gewalt, Krieg, Klimakatastrophen, Artensterben, etc.) sind vor allem in bereits verarmten Gesellschaften längst unübersehbar und kaum mehr beherrschbar.
Zunehmend zeigen sich diese Gefährdungen und Brüche aber auch inmitten unserer noch wohlhabenden europäischen Lebenswelt. Im Interesse unserer EnkelInnen und UrenkelInnen müssen wir umsteuern, den Primat der Politik zurückerobern und eine nachhaltige Wirtschaft entwickeln. Nur so wird es möglich sein, einen bescheidenen Wohlstand für alle zu sichern und ein hohes Maß an Freiheit aufrecht zu erhalten.
Natürlich wird das Schicksal der menschlichen Gesellschaft nicht in Thal entschieden. Solidarisch-global zu denken und nach bestem Wissen und Gewissen lokal-konkret um praktische Lösungen zu ringen ist dennnoch unerläßlich. Es geht um die Neubelebung tragfähiger alter Lebensentwürfe und Techniken und um die Neuentwicklung überlebensfähiger Strukturen auch und gerade im kommunalen Bereich.
Wir stehen vor großen Herausforderungen. Darauf mit kritischer Nachdenklichkeit zu reagieren und gemeinsam begehbare Auswege zu beschreiten ist die geforderte Antwort. Unsere Antwort. Zwischen den Polen, politisch nur verwaltet zu werden oder selbst politisch-gestaltend einzugreifen entschieden wir uns klar für das letztere. Darin liegt unsere Verantwortung.
Auf diesem Weg brauchen wir eine wachsende Zahl von Bündnispartnern. Wier wollen Menschen ansprechen, sie einbinden mit all ihren Fähigkeiten, Idealen, Sorgen und Schwächen. Dabei wollen wir den WählerInnen Ihre Verantwortung zurückgeben. Wir wollen hnen die Notwendigkeit von Politik vor Augen führen und Ihnen Lust machen, selbst aktiv Politik zu machen. Gewiß – ein schwieriger Prozeß, weil da ja immer auch noch viele andere mitkochen. Aber ohne Alternative. Denn: Von selbst ändern sich die Dinge nur weiter im Interesse der derzeit hererschenden Lobbys.



